Liebe Familie,
ich heiße Julia und bin 22 Jahre alt. Meine Mutter arbeitet als Erzieherin, mein Vater ist ein selbstständiger Unternehmer. Mein älterer Bruder ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter.
Während der Schulzeit lag mein Schwerpunkt im Studium russischer Literatur. Mehrere Jahre spielte ich intensiv Klavier - ich wurde sogar Siegerin des ersten städtischen Wettbewerbs junger Pianisten.
Als ich klein war, fuhr ich jeden Sommer in ein Ferienlager. Die Betreuer brachten uns, den Kindern, Selbstständigkeit, Entschlossenheit und Güte bei. Sie begleiteten, unterstützten und halfen uns täglich nach dem Erfolg zu streben. Gerade dann habe ich mich entschieden, wenn ich erwachsen werde, mit den Kindern zu arbeiten.
Nach meinem Schulabschluss ging ich in die wunderschöne Stadt Sankt Petersburg, wo ich anfing zu studieren. Fast sechs Tausend Kilometer von meiner Familie entfernt musste ich schnell lernen auf eigenen Füßen zu stehen: eigenen Haushalt zu führen, den Alltag zu organisieren und Geld zu verdienen. Nebenbei ist es mir auch gelungen die ersten Schritte zur Realisierung meines Kindertraumes zu machen. Da mein Studium nicht pädagogisch ausgerichtet war, entschied ich mich eine zusätzliche Ausbildung zur "Organisation des Kinderkollektivs" zu machen. Im Rahmen dieser einjährigen Ausbildung lernte ich mit Kindern verschiedener Altersstufen umzugehen und sie zu motivieren. Uns wurden zahlreiche Kinder- und Jugendspiele (auch Rollenspiele und Trainings) sowie die Durchführung erster Hilfe beigebracht. Nach Abschluss der Ausbildung wurde ich als Betreuerin in ein Ferienlager der Stadt Anapa, am Schwarzen Meer, eingeladen. Trotz meiner Ängste und Befürchtungen ist die Freizeit sehr gut verlaufen, mit vielen Kindern konnte ich Freundschaften schließen, die bis heute andauern. Dieser Sommer hat mir gezeigt, dass die Arbeit mit Kindern mich sehr erfüllt. Während der Kinderfreizeit lernte ich nicht nur mit den Kindern zu arbeiten, zu ihnen Zugang zu finden, sondern auch sie zu unterrichten, ihnen Selbstständigkeit, Entschlossenheit und Güte beizubringen.
Im dritten Studienjahr arbeitete ich in einem Unternehmen für Organisation der Kinderfreizeiten. Jede Ferien arbeitete ich im Ferienlager, die letzten zwei Jahre als hauptverantwortliche Betreuerin. In dieser Zeit lernte ich auch Gitarre zu spielen. Während der Freizeiten entstanden viele Freundschaften mit Kindern und Jugendlichen von sechs bis siebzehn Jahren. Wir spielten Fußball und Volleyball, sangen, tanzten und zeichneten zusammen. Während dieser Zeit konnte ich nicht nur meinen Traum verwirklichen, sondern ich lernte zu verstehen, dass jedes Kind eine eigene Individualität hat.
Deutschland kenne ich bereits durch einen Besuch meiner Verwandten und einen einsemestrigen Studentenaustausch (Stadt Mannheim). Ich bin sehr daran interessiert an dem Au-pair-Programm teilzunehmen, da ich auf diese Weise meine Sprachkenntnisse verbessern möchte und Kinder auch aus anderem Land kennenlernen kann – ihnen das beibringen, was ich kann und von ihnen lernen, was sie wissen.
Ich freue mich sehr auf unser Treffen.
Mit freundlichen Grüßen, Julia